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Kreditbetrug erkennen: Woran Sie unseriöse Angebote erkennen

Betrüger nutzen den Wunsch nach schnellem Geld. Mit einigen Regeln erkennen Sie unseriöse Angebote, bevor Sie Geld oder Daten verlieren.

Sicherheit · 7 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 25. Oktober 2026

Die häufigsten Maschen

  • Vorkasse: Sie sollen Gebühren, Versicherung oder „Kaution“ zahlen, bevor ein Kredit fließt.
  • Identitätsdiebstahl: Es werden Ausweiskopien und Kontodaten abgefragt, um in Ihrem Namen Verträge abzuschließen.
  • Fake-Webseiten, die seriöse Banken nachahmen.
  • Gefälschte Verträge und Aufforderungen zur Überweisung auf private Konten.

Warnzeichen

  • Garantierte Zusage ohne Prüfung Ihrer Einkommenslage.
  • Zeitdruck („nur heute“).
  • Kein vollständiges Impressum, keine überprüfbaren Aufsichtsangaben.
  • Kontakt nur über Messenger oder private E-Mail-Adressen.
  • Verlangt wird eine Überweisung vor Auszahlung.

Was das Gesetz vorsieht

Kreditvermittler dürfen nach § 655c BGB eine Vergütung nur verlangen, wenn der Darlehensvertrag zustande gekommen ist und das Widerrufsrecht nicht mehr besteht. Anbieter von Krediten und Vermittler benötigen in der Regel eine Erlaubnis und stehen unter Aufsicht; prüfen Sie öffentliche Register von BaFin und Gewerbebehörden.

So prüfen Sie einen Anbieter

  • Impressum, Handelsregister und Aufsichtsangaben kontrollieren.
  • Nach Bewertungen unabhängiger Quellen suchen.
  • Niemals Ausweis- oder Kontodaten über unsichere Kanäle senden.
  • Offizielle Kontaktwege prüfen, indem Sie selbst die Adresse im Browser eingeben.

Wenn es doch passiert ist

  • Zahlungen sofort bei Ihrer Bank melden und, wenn möglich, zurückrufen.
  • Anzeige bei der Polizei erstatten und Beweise sichern.
  • Bei Datenverlust die Schufa-Auskunft beobachten und Ihre Zugänge ändern.
  • Rat bei der Verbraucherzentrale holen.

Betrug mit „Postident“ und Identitätsdiebstahl

Eine besonders häufige Masche: Der angebliche Kreditgeber schickt Sie zu einer Postfiliale oder zu einem Video-Ident-Verfahren, damit Sie sich „legitimieren“. Tatsächlich werden mit Ihren Daten Konten eröffnet oder Verträge geschlossen, die später auf Sie zurückfallen. Geben Sie Ausweisdaten, Fotos Ihres Ausweises und Selfie-Videos nur an Stellen weiter, die Sie selbst als seriös geprüft haben und deren Verfahren Sie vollständig verstehen.

Lassen Sie sich nie per Telefon oder Messenger zu einer Identifizierung drängen, die Sie nicht selbst gestartet haben. Seriöse Anbieter schicken Ihnen keine Links, die Sie „sofort“ bestätigen müssen.

Der „Finanzagent“: Wenn Sie selbst zum Werkzeug werden

Manche Angebote verlangen keine Vorkasse, sondern bieten Ihnen einen „Kredit“ oder einen „Nebenjob“ an: Sie sollen Geld auf Ihrem Konto empfangen und weiterleiten. Dahinter steckt meist Geldwäsche. Wer solche Überweisungen weiterleitet, kann sich strafbar machen und haftet unter Umständen für den Schaden – auch wenn er den Hintergrund nicht kannte. Lehnen Sie jedes Angebot ab, bei dem Sie fremdes Geld annehmen und weiterleiten sollen.

Seriosität prüfen: eine Checkliste

Gehen Sie vor jeder Datenweitergabe diese Punkte durch:

  • Gibt es ein vollständiges Impressum mit Anschrift, Handelsregisternummer und Vertretungsberechtigten – und stimmen diese Angaben mit dem Handelsregister überein?
  • Ist das Unternehmen in der Unternehmensdatenbank der BaFin gelistet, oder steht es auf deren Warnliste? Sucht man den Namen dort, zeigt sich oft schnell, ob eine Erlaubnis vorliegt.
  • Stimmt die Webadresse exakt? Betrüger nutzen ähnliche Schreibweisen oder andere Endungen.
  • Entspricht das Angebot den Pflichtangaben für Verbraucherkredite: effektiver Jahreszins, Nettodarlehensbetrag, Laufzeit, Gesamtbetrag und das europäische Standardinformationsblatt?
  • Werden Sie ohne Vorkasse und ohne Zeitdruck beraten?

Verträge und Zahlungen richtig prüfen

Echte Kreditverträge nennen den effektiven Jahreszins, die Höhe der Raten, die Laufzeit und das Widerrufsrecht. Fehlen diese Angaben oder soll das Geld auf ein Privatkonto im Ausland fließen, ist Vorsicht geboten. Vergleichen Sie die IBAN im Vertrag mit den Angaben auf der offiziellen Website des Anbieters, und rufen Sie die Nummer an, die Sie dort selbst finden – nicht die in der E-Mail genannte.

Unterschreiben Sie nichts, was Sie nicht in Ruhe lesen konnten. Ein seriöser Anbieter gibt Ihnen die Zeit dazu; das Widerrufsrecht von 14 Tagen ersetzt keine sorgfältige Prüfung vor der Unterschrift.

Wohin Sie sich im Verdachtsfall wenden können

Neben der Polizei und Ihrer Bank helfen die Verbraucherzentralen weiter; viele bieten Warnmeldungen zu aktuellen Betrugsmaschen an. Die BaFin nimmt Hinweise auf nicht erlaubte Anbieter entgegen. Bei gestohlenen Ausweisdaten kann es sinnvoll sein, den Ausweis sperren oder ersetzen zu lassen und sich bei der Schufa beziehungsweise einer weiteren Auskunftei über die Eintragung eines Hinweises zu informieren.

Vorsichtig bleiben

Ein Kredit verpflichtet Sie und muss zurückgezahlt werden. Die Zahlen auf dieser Seite sind Beispielrechnungen mit einem angenommenen festen Sollzins; sie sind kein Angebot. Maßgeblich sind allein das Angebot nach Prüfung Ihrer Unterlagen und der dort ausgewiesene effektive Jahreszins. Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung.

Häufige Fragen

Darf ein Kreditvermittler vorab Geld verlangen?

Nach § 655c BGB nur, wenn der Darlehensvertrag zustande gekommen ist und das Widerrufsrecht nicht mehr besteht – Vorkasse ist ein Warnzeichen.

Wie prüfe ich, ob ein Anbieter erlaubt ist?

Über öffentliche Register, zum Beispiel von BaFin, und über Handelsregister und Impressum.

Was mache ich bei Betrugsverdacht?

Keine Zahlung leisten, Beweise sichern, Anzeige erstatten und Verbraucherzentrale kontaktieren.

Sind Online-Kredite unsicher?

Nein, wenn der Anbieter seriös ist. Prüfen Sie Impressum, Erlaubnis und Vertragsbedingungen.

Was ist ein Finanzagent?

Eine Person, die auf ihrem Konto fremdes Geld empfängt und weiterleitet. Das ist ein häufiger Baustein von Geldwäsche und kann strafbar sein.

Was soll ich tun, wenn ich Ausweisdaten an einen Betrüger geschickt habe?

Erstatten Sie Anzeige, ändern Sie Ihre Zugänge, behalten Sie Ihre Schufa-Auskunft im Blick und lassen Sie sich bei der Verbraucherzentrale oder Polizei zu weiteren Schritten beraten.

Allgemeine Informationen, kein Angebot und keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung. Die Konditionen können sich ändern; maßgeblich ist stets das individuelle Vertragsangebot.

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