Was ist die Schufa – und warum fragen Banken dort an?
Die Schufa ist eine Auskunftei, die Informationen zur Zahlungsmoral sammelt. Kreditgeber sind verpflichtet, vor einem Verbraucherkredit Ihre Kreditwürdigkeit zu prüfen (§ 505a BGB). Dafür nutzen sie in der Regel Auskünfte wie die der Schufa sowie Ihre Einkommens- und Ausgabenangaben. Ein Kredit, bei dem überhaupt nicht geprüft wird, ist deshalb ein Warnsignal.
Was „ohne Schufa“ in der Praxis bedeuten kann
- Ein Anbieter, der sich nur auf eine eigene Bonitätsprüfung stützt, aber trotzdem Ihr Einkommen und Ihre Ausgaben bewertet.
- Ein Kredit mit deutlich höherem Zinssatz, weil das Risiko des Anbieters höher eingeschätzt wird.
- Ein Kredit aus dem Ausland, bei dem die Bedingungen schwer zu überblicken sind.
- Ein Betrugsangebot, bei dem vorab Gebühren verlangt werden und kein Kredit ausgezahlt wird.
Warnsignale für unseriöse Angebote
- Sie sollen vorab Gebühren, „Bearbeitungskosten“ oder eine Versicherung zahlen, bevor Geld fließt.
- Der Vermittler garantiert die Auszahlung unabhängig von Ihrer Bonität.
- Der Kontakt läuft nur über Messenger, Telefon mit Zeitdruck oder anonyme Adressen.
- Es gibt kein Impressum, keine Aufsichtsangaben oder keine überprüfbare Erlaubnis.
Was das Gesetz zu Vermittlern sagt
Ein Darlehensvermittler darf nach § 655c BGB eine Vergütung nur verlangen, wenn der Darlehensvertrag tatsächlich zustande gekommen ist und Ihr Widerrufsrecht nicht mehr besteht. Eine Zahlung im Voraus ist deshalb ein deutliches Warnzeichen.
Echte Alternativen
- Beantragen Sie eine kostenlose Selbstauskunft bei der Schufa und prüfen Sie sie auf Fehler.
- Sprechen Sie mit einer Schuldnerberatung, wenn mehrere Verbindlichkeiten drücken.
- Prüfen Sie eine kleinere Summe, einen Mitantragsteller mit guter Bonität oder einen Kredit von Familienmitgliedern.
- Klären Sie, ob eine Umschuldung Ihre Rate senkt.
- Verschieben Sie die Anschaffung, bis sich Ihre Lage stabilisiert hat.
So gehen Sie vor
- Fordern Sie Ihre Auskunft an und lassen Sie falsche Einträge korrigieren.
- Vergleichen Sie Angebote nur bei Anbietern mit überprüfbarer Erlaubnis.
- Lesen Sie Vertrag, Effektivzins und Gesamtbetrag in Ruhe.
- Zahlen Sie nie Gebühren im Voraus.
Wie die Schufa funktioniert und was sie speichert
Die Schufa speichert Daten zu Krediten, Konten, Mobilfunk- und Leasingverträgen sowie zu Zahlungsausfällen und berechnet daraus einen Scorewert, der die Wahrscheinlichkeit einer ordnungsgemäßen Rückzahlung einschätzt. Positive Einträge – etwa ein ordnungsgemäß geführtes Girokonto oder ein pünktlich zurückgezahlter Kredit – stärken Ihr Profil. Negative Einträge werden in der Regel nach drei Jahren nach Erledigung gelöscht; für bestimmte Vorgänge gelten andere Fristen.
Konditionenanfrage und Kreditanfrage
Für Ihren Score ist es wichtig, wie Sie Angebote einholen. Eine Konditionenanfrage dient dem Vergleich und beeinflusst den Score nicht; sie wird für Banken nur zeitweise sichtbar. Eine konkrete Kreditanfrage mit anschließendem Vertrag wird dagegen gespeichert. Vergleichen Sie deshalb zuerst Konditionen, bevor Sie einen Antrag stellen, und stellen Sie nicht bei vielen Banken gleichzeitig verbindliche Anträge.
Ihre Selbstauskunft und das Recht auf Berichtigung
Sie können Ihre bei der Schufa gespeicherten Daten kostenlos als Datenkopie nach Art. 15 DSGVO anfordern, und zwar einmal im Jahr. Prüfen Sie jede Zeile: Alte, bereits erledigte oder falsch zugeordnete Einträge sind keine Seltenheit. Fehlerhafte Daten können Sie berichtigen oder löschen lassen. Legen Sie Belege (Zahlungsbestätigungen, Schreiben des Gläubigers) bei und schildern Sie den Sachverhalt schriftlich; die Verbraucherzentralen bieten dafür Musterbriefe.
Seriöse Wege zu einem besseren Score
- Rechnungen, Raten und Mobilfunkverträge pünktlich zahlen.
- Nicht mehr Girokonten, Kreditkarten und Ratenkäufe eröffnen, als Sie benötigen.
- Offene Forderungen begleichen und sich die Erledigung schriftlich bestätigen lassen.
- Einen längeren, stabilen Wohnsitz und eine feste Beschäftigung belegen können.
- Bei Zahlungsproblemen frühzeitig mit dem Gläubiger sprechen und eine Ratenzahlung vereinbaren.
Das Basiskonto als Einstieg
Wer wegen einer negativen Auskunft kein normales Girokonto erhält, hat dennoch Anspruch auf ein Basiskonto (Zahlungskontengesetz). Es ermöglicht Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen, meist jedoch ohne Dispo. Ein ordnungsgemäß geführtes Konto ist die Grundlage dafür, später wieder einen Kredit zu erhalten.
Vorsichtig bleiben
Ein Kredit verpflichtet Sie und muss zurückgezahlt werden. Die Zahlen auf dieser Seite sind Beispielrechnungen mit einem angenommenen festen Sollzins; sie sind kein Angebot. Maßgeblich sind allein das Angebot nach Prüfung Ihrer Unterlagen und der dort ausgewiesene effektive Jahreszins. Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung.
Häufige Fragen
Gibt es seriöse Kredite ganz ohne Schufa?
Kreditgeber müssen Ihre Kreditwürdigkeit prüfen. Manche nutzen andere Auskunfteien oder eigene Kriterien. Ein „sicherer“ Kredit für jeden ist nicht seriös.
Was tun bei falschem Schufa-Eintrag?
Sie können Auskunft verlangen und die Berichtigung falscher Daten fordern. Eine Verbraucherzentrale hilft dabei.
Darf ein Vermittler eine Vorauszahlung verlangen?
Nach § 655c BGB darf er eine Vergütung nur verlangen, wenn der Darlehensvertrag zustande gekommen ist und das Widerrufsrecht nicht mehr besteht.
Wo finde ich Hilfe bei Schulden?
Bei einer anerkannten Schuldnerberatung, oft kostenlos über Wohlfahrtsverbände oder Kommunen.
Beeinflusst ein Kreditvergleich meine Schufa?
Eine Konditionenanfrage zum Vergleich beeinflusst Ihren Score nicht. Ein konkreter Kreditantrag und der Vertrag werden dagegen gespeichert.
Wie oft erhalte ich meine Daten kostenlos?
Eine Datenkopie nach Art. 15 DSGVO können Sie bei der Schufa einmal jährlich kostenlos anfordern.
Allgemeine Informationen, kein Angebot und keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung. Die Konditionen können sich ändern; maßgeblich ist stets das individuelle Vertragsangebot.